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Erlebnispfad Pulheimer Bach

Erzählstation Hochwasserrückhaltebecken Glessen

Koordinaten: 50°58'12'' N 06°44'11'' E

Höhe 113,5 m ü. NN

 

Wovon erzählt dieser Ort?

Vom Bedürfnis des Menschen, sich vor Wasserfluten zu schützen.

Von der Bodenerosion auf Ackerflächen.

Von den Vorfahren, die auf schmalen Feldern Ackerbau betrieben.

 

: weitsicht

Abtei-Dom-Kirche; Aufnahme vom 22.November 2008
Abtei – Dom – Kirche; Aufnahme vom 22. November 2008

Die Erzählstation ermöglicht einen Blick auf das Zentrum von Köln, auf Brauweiler und Glessen sowie auf das Hochwasserrückhaltebecken oberhalb des Glessener Friedhofes. Der Damm wurde in den 1950er Jahren errichtet, nachdem große Wassermassen durch das bescheidene Muldentälchen gestürzt waren und auf dem Friedhof und im Ort beträchtliche Schäden angerichtet hatten. Das Hochwasserrückhaltebecken schützt nun Friedhof und Ortslage Glessen.

 

: wasserwirkungen

Auf der Oberfläche abfließendes Wasser und seine Auswirkungen auf den Untergrund lassen sich immer wieder im Einzugsbereich des Rückhaltebeckens beobachten. Eine Grundvoraussetzung muss gegeben sein, damit dieses Phänomen auftritt: Es muss mehr Niederschlag fallen, als in den Boden einsickern kann oder der Boden muss so mit Wasser gesättigt sein, dass er kein weiteres Wasser mehr aufzunehmen vermag. Nur dann kann Oberflächenabfluss entstehen.

Wenn nun der Untergrund ungeschützt ist (keine Versiegelung, keine Vegetation mit ihrem Wurzelwerk), dann kann das abfließende Wasser transportierbares Material aufnehmen und verlagern. Konzentriert sich der Oberflächenabfluss in Bahnen, dann kann die Abtragung linear in die Tiefe wirken und Rillen heraus arbeiten. Das geschieht auf Ackerflächen bevorzugt im Winter und Frühjahr. Drei Aufnahmen vom 27. April 2009 zeigen, dass Abtragung rasch in Aufschüttung umschlagen kann. Auf dem ersten Bild sieht man, dass das abrinnende Wasser sich in seine Spülsedimente eingeschnitten hat. Das zweite Bild zeigt zum einen, wie es als Folge abnehmender Hangneigung zur Sedimentation kam, zeigt aber auch, dass Wassermenge und –geschwindigkeit ausreichten, um selbst Kies zu transportieren. Das dritte Bild macht den Unterschied zwischen der ungeschützten Ackerfläche und der Wiese deutlich.

 

: stufenrain und ackerterrasse

Der Nordrand des Tälchens, das zum HRB Glessen führt, wird durch eine Geländestufe besonderer Art begrenzt (siehe Bild unten). Es ist ein sogenannter Stufenrain, der teilweise von Sträuchern und einzelnen Bäumen überwachsen ist. Solche Stufenraine sind die steileren Hangteile von Ackerterrassen. Sie entstanden durch langanhaltende Pflugarbeit, bei der die Scholle immer hangab geworfen wurde. An der Parzellengrenze bildete sich eine Hangversteilung heraus, der Stufenrain.

Stufenraine sind von großer Bedeutung für den Erosionsschutz, da Wurzelwerk und aufstehende Pflanzen Abtragung weitgehend verhindern.

Stufenrain, Wassertum und Hochwasserrückhaltebecken Glessen; rechts unten im Bild Verspülungen; Aufnahme vom 30. April 2009
Stufenrain, Wasserturm und HRB Glessen; rechts unten im Bild Verspülungen; Aufnahme vom 30. April 2009

Stufenrain, Wasserturm und HRB Glessen; Aufnahme vom 10. April 2009
Stufenrain, Wasserturm und HRB Glessen; Aufnahme vom 10. April 2009

Stufenraine sind zudem Relikte historischer Landnutzung und somit historische Kulturlandschaftselemente. Sie verschwinden mehr und mehr, da sie bei einer mechanisierten Ackernutzung stören. Im Einzugsgebiet des Pulheimer Baches sind nur wenige Stufenraine erhalten.

Stufenraine sind schließlich vielfältig gestaltete Lebensräume für Pflanzen und Tiere und bieten ein sehr wechselvolles Bild im Verlauf des Jahres. Das zeigt bereits ein Vergleich der Bilder vom 10. und vom 30. April 2009.

Weitere Beispiele für Stufenraine, die man entlang des Baches finden kann:

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